[Blogparade] Hund und Vollzeitjob – wie geht das?

In einem meiner früheren Artikel habe ich ja schon einmal darüber geschrieben, dass es schwierig ist, zu beurteilen ob dieser oder jener Mensch Hunde halten sollte. Und dabei habe ich auch das Thema Job angeschnitten. Es gab sogar schon ein Blogbällchen zum Thema (ganz ganz früher 😉 )

Da ich selber auch arbeite, und das in Vollzeit, finde ich das Thema immer noch und auch immer wieder super interessant und möchte mich an der Blogparade von midoggy mit einem weiteren Artikel zu diesem Thema beteiligen. Zum einen, um Neuhundehaltern die rosarote Brille wegzunehmen und zum anderen, um auch um Mut zu machen.

Denn alles ist machbar – wenn man will.

Single sein

Als Single habe ich mir einen Zweithund zugelegt um Inuki die Zeit zu erleichtern wo er alleine ist. Zusätzlich dazu wohnte ich in einer WG – im Prinzip war dort immer jemand Zuhause. Dennoch, Management und geringes Schlafbedürfnis waren das A und O. Meine Frühschicht begann damals um 6 Uhr morgens. Das heißt, früh raus und Hunde so bespaßen, dass der Tag verschlafen wird. Und nach der Arbeit wurde der Alltag um die Hunde herum aufgebaut und abgestimmt.

Selbst das Einkaufen wurde so erledigt dass die Hunde dabei sein konnten (also im Auto warten). Das heißt auch, dass es nach der Arbeit direkt nach Haus ging. Ungeplante Überstunden stellten eine mittelschwere Katastrophe dar. Betriebsfeste nach der Arbeit wurden kategorisch abgesagt.

Aber es ging uns gut. Den Hunden fehle an nichts, und ich hatte auch keine Probleme mein Leben um die Hunde herum zu gestalten. Und das, dass ist das wichtigste. Wenn der Wunsch nach einem Hund besteht und man selbst Vollzeit arbeiten geht, dann muss man bereit sein alles um den Hund herum zu organisieren.

Für den Notfall braucht man ein Netzwerk von vertrauensvollen Personen, die den Hund betreuen können. Außerdem, kann ich nur jedem empfehlen eine Art Notfallkarte am Schlüsselbund zu haben und einen Notfall Kontakt (ICE Nummer) im Handy anzulegen. So kann im Falle eines Unfalles oder ähnlichem gleich sichergestellt werden, dass bekannt ist, dass ein Tier auf die Rückkehr seines Menschen wartet und entsprechend betreut werden kann/muss.

Partnerschaft

Ich habe Glück gehabt. Mein damaliger Freund und jetziger Ehemann ist Feuer und Flamme für meine Hunde gewesen. Auf ihn konnte ich mich sofort verlassen. Unsere Arbeitszeiten verliefen in Schichten und zum Teil versetzt. Nachdem wir also zusammengezogen waren, waren die Hunde fast nie länger als vier Stunden alleine. Idealzustand. Eigentlich. Aber manchmal hatte ich doch den Eindruck, dass den Hunden ein wenig menschenfreie Zeit fehlt. Daher waren Ausnahmen, in denen wir länger als gewöhnlich aus dem Haus waren, nicht dramatisch. Dennoch, wir organisierten nach wie vor unser Leben um die Hunde herum.

Aus meinen Hunden sind unsere Hunde geworden und unser Lebensmittelpunkt. Es ist gut, wie es ist. Und nun sind mein damaliger Freund und ich verheiratet und in ein eigenes Haus gezogen. Die Schichten wurden zwar angepasst, sodass die Hunde wieder bis zu 8 Stunden ohne uns auskommen müssen, aber die Schwiegereltern kommen in der „Halbzeit“ vorbei und lassen die Hunde in den Garten und bespaßen beide. Das ist der Vorteil eines freistehenden Eigenheims mit Garten für uns allein.

Im Gegenzug genießen wir natürlich unsere freien Tage mit den Hunden voll und ganz. Aber das würden wir so oder so. Bei uns laufen die Hunde nun mal nicht „nebenher“ als Anhängsel oder so. Sie sind Familienmitglieder und so werden sie auch behandelt.

Der ein oder andere mag nun zwar aufschreien, dass Hunde nicht so lange alleine bleiben sollten und die berühmte „Vermenschlichung“ ganz böse ist, aber das kümmert uns nicht. Für uns funktioniert dieses Leben so wie es ist ganz gut.

5 Kommentare

  1. Sehr schön. Also es gibt Leute da schreie ich echt auf wenn sie bei VOllzeitjob einen Hund im Kopf haben (eben weil ich sie kenne), es gibt aber eben auch andere. Die ersteren sind oft nach der Arbeit froh auf ihr Sofa zu fallen und nichts mehr zu tun. Aber grade nach der Arbeit ist dann eben Hundezeit und das stell ich mir bei vielen nicht vor. Bei allen die wirklich Bock drauf haben, seh ich da kein Problem. In meiner Familie gibts den Fall der nichtmals Halbtagsstelle und da wird weniger Zeit in den Hund investiert, wie bei manchen mit Vollzeitstellen. Für mich erschreckend. Aber man ändert eben nichts. Schön aber das es bei vielen so toll funktionert.
    lg Becki

  2. Toller Beitrag! Wenn der Partnet mit im Boot sitzt, dann ist das Organisieren der Hundebetreuung wirklich um einiges einfacher. Ich hab manchmal das gefühl, dass loki die menschenfreie zeit auch gut findet um in ruhe auszuschlafen 😅

  3. Ich befinde mich gerade genau in diesem Dilemma. Arbeitslos und auf Jobsuche wo meine Polly nicht zu kurz kommt. Ich persönlich denke, es kommt immer auf den Hund an. Meine Hündin ware jahrelang in einer HuTa als ich noch Vollzeit gearbeitet habe. Dies würde ich aber nie wieder tun. Nicht bei ihr jeden Tag. Sie braucht Ruhe und ist ein sehr sensibler Hund. Für sie ist es daher sicher in Zukunft besser, länger alleine zu Hause zu bleiben als in einer HuTa zu sein. Ein Dogwalker in einer kleinen stabilen Hundegruppe wäre perfekt, aber bisher wollte sie niemand aufnehmen, da sie nicht überall ohne Leine laufen kann. Ein Zweithund kommt im Moment noch nicht in Frage. Aber später wäre dies vielleicht eine Option. Ich finde es toll, wie ihr Euer Leben mit den Hunden organisiert. Ich wohne in einer Nachbarschaft wo die Hunde den ganzen Tag alleine im Garten gelassen werden und abends nach der Arbeit geht man dann Gassi. Das ist hier ganz „normal“. Deshalb finde ich es super, wie du so schön beschreibst, dass man eben sein Leben um die Hunde herum organisieren sollte. Das tun leider nicht viele Menschen. Jedenfalls hier wo ich wohne.

  4. Das wichtigste sagst du am Ende: Für euch passt es so und das ist das, was zählt.
    Nicht jeder Hund ist gleich und deswegen muss jeder seinen Weg finden.
    Gut, dass ihr eine guten Weg gefunden habt.

    Liebe Grüße

    Anika

  5. Kathrin

    Ich denke das mit dem Zweithund ist so eine zweischneidige Sache.
    Einerseits sind die Hunde zwar nicht allein, aber andererseits machen die allermeisten Hunde zu zweit nicht mehr als wenn sie alleine wären. Sie liegen herum und dösen. Zudem hat man dann selbst für den einzelnen Hund meist weniger Aufmerksamkeit, als wenn es nur einen gäbe.

    Versteht mich nicht falsch. Das kann gut funktionieren. Ich will damit nur sagen, dass ich mich eben wegen dieser Gedanken dagegen entschieden habe einen Zweithund für unseren Artax anzuschaffen.

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