[Blogparade] Leben mit schwierigem Hund

Dini von Hundekind Abby hat zur Blogparade aufgerufen. Sie möchte gerne wissen, wie wir das Leben mit einem schwierigem Hund meistern.

Das Skadi kein einfacher Hund ist, wisst ihr ja bereits. Warum sie kein einfacher Hund ist, könnt ihr unter anderem in meinem Artikel Deprivation bei Hunden nachlesen. Auch Sabrina von Dietutnichts hat schon einmal zu einer ähnlichen Blogparade aufgerufen.

Und weil dass ja auch schon wieder etwas her ist, werde ich heute noch einmal über das Leben mit einem schwierigem Hund berichten. Denn Mutmacher kann jeder betroffene Hundehalter gut gebrauchen!

Wobei, schwierig ist ja immer eine subjektive Sache. Ich, für meinen Teil, empfinde Skadi schon lange nicht mehr als schwierig. Ich habe gelernt, dass anzunehmen was sie mir anbietet und nicht länger mit anderen Hunden, insbesondere Inuki, zu vergleichen.

Das hat mir persönlich eine Menge Stress genommen. Das Ziel, aus Skadi einen unkomplizierten Begleithund zu machen, ist in die Ferne gerückt. Stattdessen habe ich für mich beschlossen, den Ist-Zustand anzunehmen, dass was wir schon können zu festigen und auszubauen. Aber ohne den Druck dahinter, den man sich gerne mal selber steckt.

Unterwegs mit einem schwierigem Hund

Sicherlich, ich würde gerne mit ihr durch die Fußgängerzone schlendern, oder mal eben an der Eisdiele halten und entspannt ein Spaghetti Eis löffeln. Aber das ist mit Skadi undenkbar. Zu viele Menschen. Zu viel Hektik. Keine Rückzugsmöglichkeiten. Also machen wir es einfach nicht.

Spazieren und Gassi gehen können wir dagegen mittlerweile ohne Probleme. Skadi kann nun Menschen, die uns entgegen kommen, ignorieren und an ihnen vorbei gehen.

Das Problem: viele Menschen können sie nicht ignorieren. Weil sie süß ist. Mit ihren langen Schlappohren und den watschelnden Pfoten. Diese Menschen sprechen sie dann an, beugen sich runter und/oder über sie, strecken die Hand nach ihr aus. Und zack, Skadi verbellt sie dann. Training fail sozusagen.

Daher werden Inuki (mitgehangen, mitgefangen) und Skadi immer(!) ran gerufen wenn uns ein lebendes Wesen oder ein Fahrzeug entgegen kommt. Neben mir wird abgesessen und gewartet. Bei fremden Hunden spielen wir dann noch Zeigen & Benennen. So oder so, Skadi bekommt bei jeder Begegnung einen oder mehrere Leckerchen. Inuki auch, wenn er sie nur nicht immer ausspucken würde.

Dieses konsequente Verhalten meinerseits setzt natürlich voraus, dass ich meine Umgebung immer im Blick habe. Als Hundehalter sollte man dies (meiner Meinung nach) eh immer haben.

Tatsächlich habe ich sogar kleine Ticks entwickelt, die ich auch dann zeige, wenn ich ohne Hund unterwegs bin. Alle paar Meter umdrehen ob jemand von hinten aufholt wäre z. B. einer davon. Angespanntes um Kurven linsen ein weiterer Tick.

Zuhause mit einem schwierigem Hund

Besuch bekommen ist bei uns auch so eine Sache. Zum Glück ist das auch selten der Fall. Jedenfalls, auch Besuch bekommen setzt eine Menge Management bei uns voraus. Wenn es klingelt und wir wissen, der Besuch kommt ins Haus, kommen die Hunde in den Garten. Dort können sich dann beide etwas beruhigen.

Denn Inuki freut sich mächtig über fremde Menschen, Skadi hasst fremde Menschen in den eigenen 4 Wänden. Leider schaukeln sich beide dann gegenseitig extrem hoch – also undenkbar hier noch Ordnung und Ruhe rein zubekommen.

Im Garten können sich die Gemüter dann beruhigen. Und ich kann den Besuch briefen. Nicht angucken, nicht anfassen, nicht ansprechen. Bei beiden Hunden. Wenn die Hunde dann wieder ins Haus kommen, müssen sie auf ihren Platz und dort bleiben. In der Regel klappt dies auch ohne Probleme. Wenn Skadi sich gut anstellt, darf sie sich so viele Leckerchen abholen wie sie will. Inuki auch. Zuhause frisst er die sogar wirklich.

Diese Methode klappt bei uns so gut, dass vor einigen Wochen ein Besuch mit 8 Personen empfangen werden konnte. Mittendrin eine Skadi, die tatsächlich von allen gestreichelt werden wollte und nicht ein einziges Mal wie ein schwieriger Hund wirkte. Wäre ich an dem Tag nicht mit meiner Hochzeit beschäftigt gewesen, so hätte ich sicherlich die ein oder andere Träne vor Freude (über Skadi) vergossen.

Ich denke, gerade diese immer gleich ablaufenden Rituale helfen Skadi durch diverse Situationen durch. Und wenn ich merke, es wird kritisch, gehe ich mit ihr sofort aus der Situation raus und gebe ihr ein Alternativverhalten vor.

Trotz allem – etwas macht es immer noch schwierig

Es bleiben trotzdem Dinge in unserem Zusammenleben, die immer eine Herausforderung darstellen werden. Egal wie viel wir trainieren und managen. Da wären z. B. Menschen, die sie überhaupt nicht vertrauen kann, egal wie oft sie sie schon gesehen hat. Und bei diesen Personen entscheidet sie jedes mal aufs neue, ob sie sie verbellt oder nicht. Mein Schwager kann davon ein Lied singen. Und auch mein Onkel.

Und da diese Menschen zur Familie gehören ist es doppelt bitter. Trainieren kann man in ihrer Anwesenheit auch nicht so wie gewohnt. Es gibt immer jemanden der einem rein redet wie man es besser machen könnte, was man tun soll oder auch eben nicht.12

Mittlerweile habe ich es aufgegeben mit Skadi in solchen Situationen zu trainieren. Es ist einfach nicht möglich. Und ein „Machtwort“ a´la „so und nicht anders und damit basta!“ will ich wegen des Familienfriedens auch nicht aussprechen.

Also versuche ich das beste draus zu  machen und Skadi durch solche Begegnungen zu schiffen und notfalls eine Auszeit im Garten zu verpassen. Schwund ist immer.

Leben mit schierigem Hund – Was ich am wichtigsten finde

Im Zusammenleben mit einem schwierigen Hund halte ich nicht nur permanentes Training und Management wichtig, sondern auch Akzeptanz.

Akzeptanz darüber, dass der eigene Hund anders ist. Akzeptanz darüber, dass ggf. ein Maulkorb verwendet werden muss, dass die Gesellschaft einen schief angucken wird, man von allen Ecken und Kanten irgendwelche Tipps um die Ohren gehauen bekommt, man als unfähigen Hundehalter dargestellt und manches mal sogar beschimpft wird. Und dann heißt es: Links rein, rechts raus. Weitermachen!

Und genau das muss man auch so wollen! Denn ansonsten ist alles Training, alles Durchhaltevermögen zwecklos und dem Hund gegenüber unfair. Denn der kann am wenigsten dafür.

1 Kommentare

  1. Pingback: Wünsch dir was - was ich alles an meine Hunden verändern würde wenn ich könnte | Pfotenfreunde Inuki & Skadi

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