Dank meiner Hund befinde ich mich immer an der Grenze der Legalität

Als Hundehalter muss man sich viel gefallen lassen. Egal, ob es sich dabei um eine willkürlich hohe Hundesteuer handelt, oder um (gesetzliche) Regelungen die das Leben von Hund und Halter einschränken.

Wir brauchen einfach ein dickes Fell. Und ich habe dazu noch eine Art scheißegal Einstellung entwickelt. Ansonsten würden meine Hunde ein sehr tristes Leben führen.

So mache ich mich immer dann strafbar, wenn Skadi bei uns in der Wasserkuhle badet. Die Wasserkuhle ist ein natürlicher See. Um ihn herum führt ein Wanderweg zum spazieren. Eigentlich perfekt.

Das alleine Nutzungsrecht dieser Kuhle hat aber der Angelverein. Ein Teil des See´s ist sogar mit einem 2 Meter Maschendrahtzaun mit aufgesetztem Stacheldraht umzäunt. Und die passen wie Schießhunde auf, das weder Mensch noch Hund dort eine Zehe reinsetzt. Die Zeit, die Skadi und Inuki dort im Wasser verbringen, beträgt nicht einmal 5 Minuten. Aber dennoch, es ist illegal. Egal wie lange.

Ich kann es nicht nachvollziehen. Wanderwege führen an diesem See entlang, Sitzecken laden zum verweilen ein. Aber sobald man sich Richtung Wasser dreht: Hausfriedensbruch. Sicherlich muss es nicht sein, dass Menschen in diesem See rumschwimmen oder den Grill am Ufer anwerfen. Aber wenn ein Hund an einer Stelle ins Wasser geht, wo noch nicht mal die halb vergammelten Stege ins Wasser ragen, was machen die schon großartig kaputt? Oder welcher Fisch fühlt sich die gestört?

In diesem Sommer wurden wir von einem alten Herren so unglaublich doof angemacht (noch bevor die Hunde überhaupt im Wasser waren) dass Inuki und Skadi nun erst recht meine Erlaubnis zum baden haben. Aus Trotz. Ja, so kann ich auch. Leben und leben lassen haben die nämlich noch nicht gehört. Aber nun. Wir leben eben am Limit.

Tja. Leinenpflicht ist auch so eine Sache. Ich übersehe tatsächlich immer alle Schilder … Ich mache auch keinen Hehl daraus. Inuki und Skadi laufen eigentlich immer ohne Leine.

Manchmal vergesse ich sie sogar Zuhause oder im Auto. Andererseits – kommen uns Passanten entgegen, werden sie IMMER ran gerufen. Und wir warten dann am Wegesrand bis wir passiert worden sind.

Natürlich, erlauben die Bedingungen vor Ort kein Offline laufen, weil z. B. wir an einer viel befahrenen Straße sind, dann sind die beiden natürlich an der Leine (obwohl es dort rein theoretisch erlaubt wäre ohne Leine zu laufen). Auch in der Stadt oder in der Fußgängerzone. Aber in Wald, Flur und Natur? Nö. Nur wenn es nicht anders geht.

Von der Brut- und Setzzeit mag ich da gar nicht erst anfangen. 3 Monate lang, jeden Tag an der Leine? Kein Freilauf? Nö. Meine Hunde dürfen niemals jagen und haben das ganze Jahr über Wegepflicht. Dafür dann aber auch immer ohne Leine unterwegs.

Ich könnte jetzt sage, wir lieben das Risiko. Aber das ist überhaupt kein Risiko für uns. Wir laufen jeden Tag im Wald. Ich glaube, Wildgeruch ist für Inuki und Skadi so normal wie flatternde Schmetterlinge. Und wenn ich wirklich das Gefühl habe, sie sind irgendwie anders, kopfloser, auf Droge (was bei jagenden Hund ja auch so ist), dann kommt die Leine früh genug zum Einsatz.

Ich persönlich finde, dass Familienväter, die meinen in der BuSZ mit ihren Kindern durchs Unterholz zu stromern, viel mehr Schaden anrichten als meine Hunde auf den Wegen. Ich plädiere daher nach wie vor für eine Wegepflicht unabhängig von der BuSZ in Wäldern. Für Hunde und für Menschen. Und schon dreimal für Kinder. Denn Sonntags kann man es kaum vor plärrenden Kindern im Wald aushalten. Von dem Müll wollen wir gar nicht mal sprechen…

Bahnfahren ist bei uns auch so eine fiese Sache. Damals, als ich noch ohne Auto unterwegs gewesen bin, sind wir mindestens einmal die Woche Bahn gefahren. Natürlich habe ich für Inuki ein Ticket gelöst. Nur der Maulkorb… der baumelte am Koffer.

Zugegeben, die Strecke WHV-Esens-Norden ist alles andere als mit Menschen gefüllt. Von daher hat es auch niemanden gestört. Nicht einmal die Schaffner. Aber dennoch, nackig fahren ist nicht erlaubt. Wir haben uns wieder daneben benommen. Aber der Alibi-Maulkorb war zur Not immer dabei.

In Hesel würden wir uns auch strafbar machen. Nämlich immer dann, wenn ich Inukis und Skadis aufgesammelten Pup in öffentlichen Mülleimern entsorge. Denn das will der Bürgermeister von Hesel nicht und startete dazu einen Aufruf in Facebook und bat alle Hundehalter, ihren Kot mit Heim zu nehmen. Nun, auf Grund des Shitstorms wurde der Post keine 12 Stunden später wieder gelöscht …

Wie haltet ihr es mit den Gesetzen? Haltet ihr euch immer an die Leinenpflicht oder „wo kein Richter, da kein Henker?“. Ich bin gespannt!

5 Kommentare

  1. Wir haben ehrlich gesagt keinen Grund uns nicht an die Leinenpflicht zu halten, da wo sie eben notwendig ist und momentan muss der Hund noch an die Leine, weil er nicht 100%ig abrufbar ist. Dafür haben wir das entsprechende Gelände.

    Da wir in einer Ecke wohnen, wo der Hund theoretisch in allen vier Himmelsrichtungen frei laufen könnte, werden wir später keine Sorgen haben, wenn er hört. Dann kommt die Leine auch ab.

    Ich hab keine Probleme mit offline-Hunden, wenn sie hören. Wegen uns muss auch keiner anleinen, solange Frauchen und Herrchen in der Lage sind, ihren Hund bei sich zu behalten, auch wenn meiner meint, jeden zum Spielen aufzufordern. Da das oft nicht der Fall ist, sollten solche Hunde an die Leine.

    Sich allerdings über klare Verbote hinweg zu setzen, finde ich nicht gut. Wildschutzgebiete, BuS-Zeit, haben sicherlich ihren Grund. Wenn man Tierfreund ist, dann muss man auch auf solche Dinge Rücksicht nehmen.

    Schlussendlich muss das jeder selbst entscheiden, aber wenn dann Bußgelder fällig werden, oder Gebiete gesperrt werden, weil sich zu viele nicht an die Regeln halten, muss man sich nicht beschweren. Diese Diskussionen führen wir hier sehr oft…..

    Zum Thema Hundekotbeutel mit nach Hause nehmen: pfffffffffffffffffffffff ja genau 😀 Ich nutze keine Mülleimer an Spielplätzen und direkt an Häusern und keine privaten Mülltonnen, außer ich kann um Erlaubnis fragen, aber ansonsten? Alles, was erreichbar ist.

    • Hi Katy,
      würden Inuki und Skadi nicht hören, so wie deiner, dann wären die mit Sicherheit auch an der Leine 😉 Und ich denke, dass ich mich als Hundehalter sehr vorbildlich verhalte. Und gerade weil meine Hunde hören, kann ich ihnen Dinge erlauben, die andere Halter ihren Hunden nicht erlauben können (und sollten). Wegen uns werden also keine Bußgelder fällig. Und die Gebiete, wo man toll laufen kann, sind so oder so schon gesperrt. Zum Thema BuSZ habe ich mich ja schon geäußert was ich davon halte und wie ich es handhabe. Zusätzlich dazu kann ich dir garantieren, dass Inuki und Skadi noch nie etwas gejagt haben – in der BuSZ. Inuki hat genau 2x einen Hasen gejagt. Im Winter. Im Gewerbegebiet. Und das, obwohl wir eigentlich nur im Wald spazieren gehen.

      Liebste Grüße
      Dani

  2. Da eir recht zentrumsnah und in einem Wohngebiet wohnen ist Loki immer an der Leine. Und weil er ein Spinner, der immer jeden begrüßen und/oder seinen eigenen Kopf durchsetzen will. Bei unseren Ausflügen ist er an der Schleppleine, da wir ja immer noch den Rückruf trainieren. Mittlerweile sind wir aber schon so weit, dass ihn in der freien Wildbahn ab und zu ableinen kann. Und zum Thema Kotbeutel: die sollen lieber mehr öffentliche Mülltonnen aufstellen!

  3. Ich muss gestehen, wir halten uns an viele Auflagen – auch wenn ich manche nicht nachvollziehen kann.
    Im Lauf von einigen jahren mit Hunden habe ich aber auch schon gesehen, wie sich wunderbare Spazierwege für Mensch und Hund durch uneinsichtige Hundehalter verändert haben. Manches Naturschutzgebiet, dass man früher noch ohne Leine durchwandern durfte wurde erst zum Geniet mit Leinenpflicht erklärt und dann nach einigen weiteren Jahren für Hunde ganz gesperrt. Vieles wo wir mit Dingo und Lady gewandert sind kann Cara so nicht mehr kennenlernen. Ich kann aber auch vertehen, dass es so ist. Nicht jeder der meint, für ihn gelten Vorschriften nicht hat seine Hunde wirklich im Griff. Und wenn dann immer mehr Tiere gehetzt werden, Nester von Bodenbrütern zetrampelt … dann ist so eine Verwandlung verständlich.
    Ich kann Dich gut verstehen – besonders, wenn die Hunde hören und man sich auch ohne Leine an alles hält … aber leider ist das nicht immer der Fall.
    Bei uns hier ist an den Deichen auch Leinenpflicht – was nachvollziehbar ist, denn die Schafe sollen ja nicht gestört werden. Auch hier gibt es viele, die sich nicht daran halten – teilweise mit sehr gut erzogenen Hunden, teilweise mit anderen. Hier wird rege kontrolliert und die Strafen treffen dann jeden – das vermeide ich gerne.
    Zum Glück sind wir aber auch nicht darauf angewiesen, den Hunden Bewegung und Freilauf auf Spaziergängen zu ermöglichen, dass macht die Sache entspannter.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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