Im Schilderwald den richtigen Dreh möglichst schnell finden – wir beim Rally Obedience

Skadi steht gut im Gehorsam. Signale werden in der Regel immer zuverlässig ausgeführt. Manchmal fragt sie zwar nach, ob dieses oder jenes nun wirklich notwendig ist, aber dann tut sie, was man von ihr verlangt.

Aber an Unterordnung auf dem Hundeplatz hat sie wenig Spaß. Während Inuki quasi motiviert geboren wurde und enormen Spaß daran hat, einfach nur im Fuß neben mir zu laufen, bedarf es bei Skadi mehr Spiel, Spaß und Spannung um sie zu motivieren. Oder motiviert zu halten.

Deshalb ist ein Sport, wo Spaß und Spiel im Vordergrund steht und der Hund jederzeit angesprochen werden kann, ideal für sie. Und da sind wir dann auf Rally Obedience gestoßen. Und zum Glück bietet eine Trainerin in unserem Dorf doch tatsächlich Gruppenstunden an 😀

Was ist eigentlich Rally Obedience?

Rally Obedience ist noch ein recht junger und gerade erst nach Deutschland gekommener Team Sport. Ursprungsland ist Amerika. Hund und Halter müssen und sollen miteinander kommunizieren. Das heißt, ich darf Skadi jederzeit ansprechen und verbal motivieren und loben. Zusammen absolvieren wir dann einen Parcours mit verschiedenen Stationen. An diesen Stationen werden diverse Übungen abgefragt und manchmal darf sogar belohnt werden.

Das schöne ist, dass die Übungen nicht nur aus klassischer Unterordnung bestehen, sondern auch aus Richtungsänderungen, Kreise, Hürden und Pylonen. Der Parcours sieht im Grunde immer anders aus und wird dadurch nie langweilig. Ganz im Gegenteil zum Laufschema der BH …

Bewertet wird das Ganze selbstverständlich auch. Nach Zeit und Punkten.

Hilfe – Gruppentraining

Skadi findet neue Situationen eigentlich super doof. Und fremde Hunde an der Leine sowieso. Aber ich habe es gewagt und Skadi zur Gruppenstunde angemeldet. Zugegeben, ich hatte vor der ersten Stunde richtig bammel. Ein Deprivationshund ohne Erfahrung in Gruppenstunden ins kalte Wasser werfen? Kann das gut gehen?

Ja. Skadi ist super relaxt gewesen. In den Pausen hat sie genüsslich Gras gefressen, sich in die Sonne gelegt und einfach alles und jeden ignoriert. Es wurde weder gepöbelt noch rumgezickt. Und gestresst war sie auch nicht. Ich bin sooooo stolz auf meinen kleinen Gremlin gewesen.

Und der Parcours? Den haben wir auch geschafft. Ich glaube, wenn Skadi die Schilder lesen könnte, dann bräuchte sie mich gar nicht. In den ersten zwei durchgängen muss ich immer drei mal hinschauen, was das Schild nun von mir will. Meine Rechts-Links-Schwäche ist da leider auch kontraproduktiv. Skadi macht aber alles worum ich sie bitte, und dass sogar mit Spaß.

Typisch Unterordnungsfrau: ich muss mir angewöhnen, Skadi mehr anzusprechen und zu loben. So bin ich es doch gewohnt, nicht mit dem Hund während des Trainings zu sprechen (außer Signale zu geben). Ich habe halt immer sehr Prüfungsorientiert trainiert.

Und macht es Spaß?

Auf jeden Fall. Skadi findet es richtig richtig klasse, mal was mit Frauchen alleine zu machen. Wie ein alter Hase absolviert sie mit mir die Gruppenstunde und freut sich wie ein Keks weil ich mich freue. Und ich glaube, sie gewinnt mit jedem absolviertem Schild mehr und mehr Selbstbewusstsein hinzu.

Zugegeben, ich habe Rally Obedience erst belächelt. Als jemand, der das normale Obedience trainiert hat, fand ich die Rally Variante Pippifax. Gedacht für Hund und Halter, die nicht so „viel drauf haben oder ernsthaft trainieren wollen“. Also ein „Hausfrauensport“. Vorurteile hoch 10.

Nun, auch ich lasse mich gerne belehren. Rally Obedience ist anspruchsvoll, es kommen alle Elemente der Unterordnung und des Obedience vor und noch viel mehr. Wir bleiben dabei und ich hoffe, das Skadi und ich noch viel mehr zu einem Team zusammen wachsen werden als wir es sowieso schon sind 😀

Habt ihr schon mal Rally Obedience ausprobiert? Was haltet ihr davon? Oder macht ihr vielleicht eine ganz andere Sportart? Erzählt mir davon in den Kommentaren 😀

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