Motivation

Motivation bezeichnet das auf emotionaler und neuronaler Aktivität beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Motivation steigert die Handlungsbereitschaft und ist somit eine ‚Triebkraft‘ für Verhalten². Daraus lässt sich ableiten dass der Tatendrang eines Menschen höher ist, je motivierter er ist. Doch kann man diese Definition auch auf den Hund übertragen?

Natürlich, denn nicht alle Hunde agieren nach dem Lassie-Prinzip. Sie haben ihren eigenen Kopf und agieren daher so wie es für sie am günstigsten ist. Dies hängt nicht zuletzt auch mit der jeweiligen Rasse des Hundes zusammen. Schäferhunde und Border Collies wurden für die Arbeit mit dem Menschen Jahrhunderte lang gezüchtet. Sie sind quasi in ihrem tun abhängig von der menschlichen Führung. Bei Hunden wie dem Kangal, JRT oder dem Maremmano ist genau das Gegenteil der Fall. Um ihre Arbeit auch ohne ihren Halter und dessen Führung erledigen zu können wurden sie zum selbstständigen Denken, Handeln und Agieren gezüchtet. Überspitzt gesagt: Ein Schäferhund ohne unsere Führung verzweifelt, ein Jack Russell ohne unsere Führung hat mehr Termine als der Außenminister³.

Die Motivation ist also der Anreiz eines jeden Handelns, denn die meisten Hunde sind Egoisten! Sie tun das, was sich für sie lohnt und den Bedarf an erstrebenswerten Dingen in ihrem Leben deckt, wie z.b. Futter, Sexualpartner, Spiel, Zuneigung. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge. Die einen Dinge lassen sich durch den Menschen besser kontrollieren als andere Dinge. So kann Futter über den Tag verteilt in Form von Belohnung gegeben werden. So muss sich der Hund sein Futter erarbeiten. Es steigert also die Motivation zur Zusammenarbeit mit dem Menschen, denn die Ressource Futter ist nun vom Mensch abhängig und nicht mehr unendlich und jederzeit frei verfügbar. Keine Mitarbeit, kein Futter. Ebenso wirkt das Spiel als Belohnung während des Trainings. Streicheln ist auch möglich, jedoch sind die meisten Hunde während des Trainings wenig empfänglich für körperliche Zuneigung. Einige zeigen sogar deutliche Beschwichtigungssignale wie z.b. Kopf wegdrehen oder sich über die Nase lecken (→ Calming Signals). Gesetzt werden sollte in diesem Fall auf ein freundliches verbales Lob und auf jeglichen Körperkontakt verzichten ( → Hands Off).

Lernen über Belohnung stellt für den Hund einen Erfolg dar. Dies hat zur Folge das sich der Hund gut fühlt, Spaß hat und gerne mitarbeitet. Dies macht das Lernen einfacher, effektiver und stressfreier. Sowohl für Hund als auch für Mensch.

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2: http://de.wikipedia.org/wiki/Motivation
3:http://www.dogs-magazin.de/erziehung/meinen-hund-motivieren-20491.html

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