[Rezension] José Arce – Meine 5 Geheimnisse einer glücklichen Mensch-Hund-Beziehung

In den letzten Tagen habe ich die Bücher von José Arce lesen dürfen, der GU-Verlag hat mir netterweise Rezensionsexemplare zugeschickt*. Man kann sagen dass das Wetter mitgespielt hat so mies wie es gewesen ist. Kein Wunder das ich die beiden Bücher ziemlich schnell durch hatte.  Natürlich möchte ich mein Leseerlebnis mit euch teilen. Und daher kommt hier die Rezension von José Arces Buch „Meine 5 Geheimnisse einer glücklichen Mensch-Hund-Beziehung“. Nächste Woche folgt dann die Rezension seines Arbeitsbuches.

Das Buch

José Arce – Meine 5 Geheimnisse für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung | 192 Seiten, mit ca. 250 Farbfotos | Format: 18,5 x 24,2 cm, Hardcover | 19,99 € (D) / 20,60 € (A) / 26,90 CHF (SFr.) | ISBN: 978-3-8338-3681-7

Auf insgesamt 192 Seiten gibt José Arce seine Erfahrungen mit Hunden an uns weiter. Das Vorwort ist von Peter Maffay geschrieben – einer der prominentesten Kunden von José. Anschließend erklärt José wie Hunde ticken und das es niemals zu spät ist etwas an der Führung des Rudels ins positive zu verändern.  Außerdem werden wir Peter Maffay am Ende eines jeden Kapitels bzw. Geheimnisses wieder treffen. Dort wird er zu dem entsprechenden Themengebiet und seinen Erfahrungen mit diesem interviewt. Am Ende des Buches erfahren wir dann etwas mehr über José, seiner Kindheit mit Hunden und woher er weiß was er weiß.

Das Buch enthält viele wunderschöne Fotos. Einige davon sind anscheinend auf der Ferieninsel Mallorca entstanden. Gemein, denn diese wecken definitiv Fernweh bei mir. Auf vielen Fotos ist auch José mit seinen Hunden zu sehen. Man spürt die innige Beziehung zwischen ihm und seinen Hunden förmlich. Dank der tollen Fotos sehen wir auch das José eine ganz eindeutige Vorliebe für große schwarze Hunde hat. Da hat die Fotografin eine hervorragende Arbeit geleistet.

Themengebiete

Das Buch ist in fünf große Themengebiete unterteilt. Jedes dieser fünf Themen repräsentiert ein Geheimnis zu einer funktionierenden Mensch-Hund-Beziehung.

Im ersten Kapitel erklärt José wie wichtig die Führung seines Hunderudels ist und wie wir es führen sollten. Das zweite Kapitel behandelt die natürlichen Instinkte – die unserer Hunde und die des Menschen. Im dritten Kapitel erzählt José wie wichtig die Beschäftigung für jeden einzelnen Hund ist und wie wir eine geeignete Beschäftigung für uns als Hund-Mensch-Team finden können. Geheimnis Nummer 4 ist die Ruhe. Wie wichtig sie ist und wie viel Ruhe der Hund im Zusammenleben mit uns Menschen benötigt erklärt José äußerst anschaulich. Zum Schluss, das Geheimnis Nummer 5 ist die gemeinsame Sprache. Mit Beispielen erklärt der Autor wie wir am besten mit unseren Hunden kommunizieren.

Der Autor

José Arce wohnt auf Mallorca. Er ist wohl DER Hundeexperte auf der spanischen Insel. Vielleicht auch selbst ernannt. Viel konnte ich nicht über ihn herausfinden außer das er sein Wissen über Hunde nicht erlernt hat sondern dies von Kindesbeinen auf an bereits in sich und auch angewandt hatte. Er selbst sagt von sich dass oft die Menschen das Problem in der Mensch-Hund-Beziehung seien und sie die Führung ihres Rudels dem Hund überlassen hätten. Er plädiert dafür die Hunde wie das zu sehen was sie sind – als Hunde. Und sie eben auch genau so zu behandeln. Dann würden sich alle Probleme von selbst in Luft auflösen.

Zu seinem Kundenstamm zählen nicht nur die VIPs und Bewohner Mallorcas, er lässt es sich auch nicht nehmen selbst in den Flieger zu steigen und Kunden in der ganzen Welt zu besuchen. Zum Glück spricht er fließend Deutsch und Englisch. Sprachbarrieren gibt es also nicht. Seine Website sagt es würde in der Regel ein Besuch von José ausreichen um die Probleme seiner Kunden zu lösen. Und bei einem hartnäckigen Fall nimmt José den Kundenhund einfach mit auf seine Finca – zur Rehabilitation.

Philosophie?!

Die Philosophie von José erschließt sich schon auf den ersten Seiten. José behauptet Hunde und Menschen würden in einem Rudel zusammenleben von dem der Mensch der Rudelführer sein muss. Der Rudelführer ist laut José erst dann ein Rudelführer wenn er seinem Hund die Sicherheit und Ruhe vermitteln kann, die der Hund braucht.

José schreibt am Anfang des ersten Kapitels das Hunde und Menschen laut Definition kein Rudel bilden aber im Grunde, egal welches Wort man dafür verwenden mag, das selbe gemeint ist. Es ist also egal ob man das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund als Familie, gemischte Sozialgemeinschaft, Gruppe oder eben als Rudel bezeichnen will. Im alltäglichen Gebrauch ist korrekte Definition egal, gemeint ist in jedem Fall das wir mit den Hunden zusammenleben und das muss funktionieren. Und das gelingt nur wenn es einen gibt der die Führung übernimmt, das bedeutet Ruhe und Sicherheit vermitteln. Deshalb werden wir im Buch oft die Wörter Rudel, Rudelführer, Chef, Anführer, Unterordnung und Unterwürfig lesen.

Obwohl José schreibt das wir den Hunden Respekt entgegenbringen müssen und sich ein „Chef“ nicht dadurch auszeichnet dass dieser am lautesten, am hektischsten brüllt und schon gar nicht gewalttätig agiert nutzt er den sog. „Stupser“ zur Disziplinierung.

 Für wen geeignet?

Geeignet ist das Buch für Hundehalter die dieses Rudelglauben in ihrem Leben mit dem Hund brauchen. Bis auf den Stupser zur Disziplinierung, Disziplinierung an sich, diszipliniertes Gassi gehen … sehe ich dieses Buch als gute Basis für Hundehalter an, die kein Interesse daran haben etwas über das Lernverhalten von Hunden zu lernen oder wissenschaftliche Lektüre zum Verhalten des Hundes durchzuarbeiten. Auch kommen Menschen, die Belohnungen in welcher Form warum auch immer ablehnen, auf ihre Kosten. Schließlich gibt José keine Trainingstipps oder Trainingsanleitungen im Sinne von „wie bringe ich meinem Hund Sitz oder Platz bei“ (das macht er in seinem Arbeitsbuch) sondern zeigt in diesem Buch einfach nur auf wie man sich als Hundehalter seinem Hund gegenüber Verhalten sollte, wie wichtig im Zusammenleben mit ihnen das befolgen von Regeln für den Hund ist.

Und obwohl José oft diese eindeutigen, ich nenne sie jetzt mal Signalwörter, benutzt erklärt er doch die wesentlichen Dinge im Zusammenleben mit Hunden die ich so unterschreiben würde. Ruhe, Ausstrahlung, Sicherheit vermitteln, auf Bedürfnisse des Hundes Rücksicht nehmen, durch den Alltag führen und dem Hund auch Dinge erlauben die eigentlich Tabu sind solange der Hund ruhig und entspannt ist.

Allerdings sehe ich seine fünf Geheimnisse nicht als „Allheilmittel“ in der Mensch-Hunde-Beziehung sondern eher als Fundament für das Zusammenleben mit Hunden und ggf. weiteres Training an. Und je höhe das Haus gebaut werden will, desto stabiler muss das Fundament sein.

Stilistisch ist das Buch schön flüssig geschrieben, es liest sich herrlich leichtfüßig. Aber José streckt das Buch meiner Meinung nach künstlich in die Länge indem er oft verschiedene Dinge immer und immer wieder wiederholt – nur mit anderen Beispielen.

Wer hohe Türme bauen will, muß lange beim Fundament verweilen.“ – Anton Bruckner

Vielen lieben Dank an den GU-Verlag für das Rezensionsexemplar!

*Das Buch wurden uns kosten- & bedingungslos zur Verfügung gestellt. Dieser Post beinhaltet Werbung und ist in Zusammenarbeit mit dem GU-Verlag entstanden. 

1 Kommentare

  1. Pingback: [Rezension] José Arce’s Praxisbuch: Individuelle Wege zum perfekten Mensch-Hund-Team – Pfotenfreunde Inuki & Skadi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.