Welpenblues – wenn der Traum vom Hund kalte Füße bekommt

Man sollte meinen dass mit dem Einzug des neuen Welpen die Welt von Herrchen und Frauchen Glitzerrosarot ist. Schließlich hat man Wochenlang auf diesen Moment hingefiebert, eingekauft, geplant, sich ausgemalt wie das Leben mit Hunden so ist.

Und dann passiert es. Der kleine tollpatische Welpe tapst durch die Küche und man fragt sich selbst ob das alles so richtig ist? Was ist wenn man dem Hund nicht gerecht werden kann? Die Erziehung vermurkst oder einfach keine Bindung zu dem neuen Zwerg aufgebaut werden kann? Statt Glücksgefühle herrscht nun das große Elend in den eigenen vier Wänden. Dann spricht man vom Welpenblues. Jedenfalls in diversen Foren und der allgemeinen Hundeszene. Parallelen zum sog. Babyblues sind tatsächlich vorhanden.

Ich denke häufig ist auch die Angst vor der Verantwortung für ein Lebewesen Auslöser. Zu hohe Erwartungen an sich selbst und dann die ersten Niederschläge tun ihr übriges. Gerade Ersthundehalter sind anscheinend häufiger vom Welpenblues betroffen als andere.

Was kann man dagegen tun? Eine Menge!
  1. Genieße die Zeit mit deinem Welpen. Sie ist schneller Weg als du gucken kannst.
  2. Unternehme viel mit deinem Welpen. Zeige ihm die Welt in der er später auch leben soll.
  3. Anstatt dich über irgendetwas zu Ärgern nimm es lieber mit Humor wenn dein Welpe etwas anstellt. Vergiss nicht ein Foto davon zu machen! Ich ärgere mich heute noch kein Foto von Inukis zerlegter Yukka-Palme zu haben 😀
  4. Bringe dem Welpen erste Signale bei. Zusammen lernen stärkt die emotionale Bindung ungemein und macht das kleine Welpenhirn müde. Übertreibe es aber nicht!
  5. Stubenreinheit braucht unter Umständen Zeit. Halte dich an den Grundsatz „nach dem essen, schlafen und spielen wird gepuschert!“ und du hast die halbe Miete. Inuki hatte die Angewohnheit auf dem Weg in den Garten in den Flur zu pinkeln. Ich habe ihn dann einfach auf den Arm genommen und schnell nach draußen getragen wenn es wieder Zeit wurde. Es ist KEINE Lösung den Welpen mit der Nase in irgendetwas hineinzutunken. Stattdessen rollst du bitte die Zeitung zusammen und schlägst sie dir zwei bis drei mal auf den Kopf. Du bist einfach zu langsam!
  6. Kuschelt so viel es geht. Immer und überall.
  7. Beißhemmung muss jeder Welpe lernen. Auch wenn du einen kleinen T-Rex Zuhause hast, vergiss bitte nicht dass er nix für seine spitzen Zähne kann. Er muss erst lernen anderen Lebewesen damit nicht zu schaden.
  8. Auch Welpen können übermüden. Anstatt dann noch mehr Programm zu fahren verordne dem Welpen bitte stattdessen Ruhe. Dafür kann ein Zimmerkennel hilfreich sein.
  9. Denke nicht so viel an Morgen, in drei Wochen, in drei Monaten oder an hätte, könnte, würde wäre wenn. Lebe mit deinem Welpen im hier und jetzt. Und genieße es!
  10. Wenn alles nichts nützt: Netzwerken. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Der Austausch mit anderen Hundehaltern und das Wissen das man nicht allein ist kann sehr helfen und Mut machen. Auskotzen nennen die jungen Leute das. Und manchmal braucht man das einfach. Welpen sind wie kleine Kinder: süß aber auch anstrengend.

Ich wünsche euch eine angenehme Welpenzeit! Zum Teufel mit dem blöden Welpenblues!

3 Kommentare

  1. huhu liebe dani,
    du hast ja so recht. ich glaube, als ich chili bekommen habe, hatte ich auch ein bisschen welpenblues. mein erster hund, mein freund fährt direkt am tag, nachdem wir die maus abgeholt haben, für zwei wochen weg und nun stand ich da mit so einem kleinen lebewesen. ich habe schon vorher JEDES welpenbuch gelesen, dass ich zwischen die finger bekomme habe, aber trotzdem habe ich mit total unvorbereitet gefühlt. wenn ich jetzt an die zeit zurück denke, ärgere ich mich, dass ich sie nicht genug genossen habe. die kleinen mäuse werden viel zu schnell groß. aber das ist mir zumindest jetzt eine lehre: ich genieße jeden tag mit chili und liebe sie jeden tag mehr. 🙂
    liebe grüße, kathy

    • Hi Kathy,
      ich bin froh dass du den Welpenblues überwunden hast! Manchmal verkopft man einfach zu sehr 🙂
      Liebste Grüße
      Dani mit Inuki und Skadi

  2. Pingback: Monatsrückblick Oktober 2016 – Pfotenfreunde Inuki & Skadi

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