Zwei Hunde = doppeltes Glück? Gedanken VOR der Anschaffung

Ich bin ein Mehrhundehalter. Das bedeutet in meinem Haushalt lebt mehr als ein Hund. Nämlich genau zwei oder mehr. Aber bedeuten mehrere Hunde auch gleich mehr Freude und Glück? Auch für den Ersthund? Oder gibt es tatsächlich Gründe die gegen die Anschaffung von Hund Nr. 2+ sprechen? Und welche Nachteile hat man durch die doppelte Hundefreude?

Der Ersthund entscheidet ob und wann

Ich finde das der Zweithund zwar nicht primär für den Ersthund (als „soziale Bespaßung“) angeschafft werden sollte, aber doch hat der Ersthund ein gewisses Mitspracherecht. Schließlich muss dieser auch mit dem Neuankömmling leben. Ich sage es gleich vorweg, nicht jeder Hund freut sich über „ein kleines hundliches Geschwisterchen“. Und ja, manchmal kann echt eine Menge dabei Schief gehen. Und dass ist genau dann der Fall wenn es knallt. Und ich kann euch  versichern, dass ist mit das schlimmste was einem als Hundehalter passieren kann.

Wenn der Ersthund also eher nicht begeistert sondern gar gestresst von Artgenossen ist oder ein Exemplar der älteren Generation würde ich auf einen Zweithund verzichten. Im schlimmsten Fall verstehen sich beide Hund einfach nicht und man muss sich wieder von einem trennen oder massig Trenngitter im Haus verteilen.

Und wenn der Ersthund noch einige Baustellen hat, wie z. B. eine Leinenaggression oder Ressourcenverteidigung, würde ich ebenfalls den Wunsch nach einem Zweithund hinten anstellen bis diese Baustellen abgearbeitet sind. Das liegt einfach daran, dass sich schlechtes Benehmen eher ansteckt und potenziert als gutes. Zwei Hunde die in der Leine hängen und Artgenossen anbellen sind schwieriger zu händeln als einer. Vom Training mal ganz abgesehen.

doppelte Hundefreude = doppelte Kosten

Der finanzielle Aspekt spielt auch eine wichtige Rolle. Schließlich können ganz schnell Tierartztkosten von mehreren Hundert Euro entstehen und nicht nur das, auch die regelmäßigen Kosten wie Impfungen und Wurmkuren bzw. Kotproben sind dann grundsätzlich zwei mal zu zahlen. Genau wie die Hundesteuer. Und meistens ist der zweite Hund teurer als der erste. Leinen, Halsbänder, Näpfe … auch das braucht man dann in doppelter Ausführung. Und je nach dem welches Futter gefüttert wird steigen auch hier die Kosten.

Was die gesellschaft denkt

Und dann ist da noch die liebe Gesellschaft. Mit zwei Hunden in ein Café gehen? Nun, wenn es sich um „Handtaschenhündchen“ handelt warum nicht. Mit zwei größeren Hunden sieht es schon wieder ganz anders aus. Und mit zwei „Kampfhunden“ hat man seinen Ruf schon ruiniert sobald man die Straße entlang geht.

Übrigens: als Single mit zwei Hunden ist man auch ganz schnell die arme Frau mit dem doppelten Kinderersatz die im Leben nichts anderes außer ihre Hunde hat. Und so wird man dann auch behandelt. Eine von meinen Bekannten wurde mit ihren Hunden sogar als Assi beschimpft.  Mit zwei und mehr Hunden ist auffallen also garantiert – daher gebe ich besonders acht darauf das sich meine Hunde und Ich(!) in der Öffentlichkeit korrekt verhalten. Das liegt einfach daran das ich mit den Hundehaltern die der Grund für ein negatives denken über uns sind nicht in einen Topf geworfen werden will.

Doppelte Verantwortung

Stichwort:: korrektes Verhalten. Auf Hundewiesen fangen die Probleme an wenn andere Hunde  von den eigenen gemobbt werden. Gerade Hunde die in einem Haushalt leben agieren oftmals als eine Einheit. Bei uns ist es z. B. so dass Skadi gerne mal Polizei spielt. Dann darf niemand mit Inuki spielen und wildes spielen mit ihm ist generell doof. Wenn allerdings Skadi mit anderen Hunden dann doch mal spielt passiert das gleiche von Inuki. Das bedeutet also das sich auf Hundewiesen und Hundetreffs nicht zurückgelehnt werden kann und aufs Smartphone geglotzt wird. Ganz im Gegenteil. Man muss jederzeit wissen wo seine Hunde sind und sie im Auge behalten damit keine Situation kippt oder sich hoch schaukelt!

Aber natürlich, zwei Hunde machen auch viel Freude. Ich finde es toll wie Inuki und Skadi miteinander Interagieren und Kommunizieren. Auf diese Art und Weise konnte ich so viel über Beschwichtigungssignale lernen wie nie. Aber auch wie es aussieht wenn sich eine ganz eigene Gruppendynamik zwischen den beiden aufbaut. Mehrhundehaltung bietet viele schöne Momente, fordert aber auch viel Management, Einfühlungsvermögen, Verantwortung, Fairness und Geld. Wer all das aufbringen kann wird sicher nicht enttäuscht werden und die Suche nach dem richtigen Zweithund kann beginnen.

3 Kommentare

  1. Das ist ein ganz toller Artikel. Ich habe das Glück das sich Emma und Lotte prima vertragen. Es gab noch nie ernsthafte Auseinandersetzungen. Mittlerweile leben sie ja schon fast sieben Jahre zusammen. Aber die Gruppendynamik ist nicht zu unterschätzen. Da genügen Blicke und die Beiden sind sich sofort einig. Es ist schon interessant zu sehen wie beide miteinander kommunizieren. Ich habe es nie bereut das ich zwei Hunden ein Zuhause gegeben habe.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

    • Vielen Dank 🙂 Jaja, die liebe Gruppendynamik. Die kann einen echt zur Verzweiflung bringen. Ich freue mich dass es bei euch so super klappt 😀

      Liebste Grüße
      Dani mit Inuki und Skadi

  2. Pingback: Mehrhundehaltung - wahre Liebe? Fehlanzeige! | Pfotenfreunde Inuki & Skadi

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